Kindheitserinnerungen

Ja ich bin ein Kind der 90iger und wir sind ja schon irgendwie anders aufgewachsen. Zwar schon mit Handy aber eben noch mit Prepaid, wenn das Geld alle war, dann musste ich von meinem Taschengeld loslaufen und mir eine neue Karte kaufen. Ich hatte schon sehr früh einen PC, nämlich mit 8 Jahren, darauf war WIN95 installiert und bestenfalls das Officepaket von Microsoft. Und dieses war grau und unglaublich hässlich! Ich habe noch mit einem Game-Boy-pocket gespielt und der hatte keine Farbe, dafür unglaublich schlechten Mono-Ton. Ich kenne auch noch den Unterschied zwischen Mono-Tones, Poly-Tones und Real-Tones für Handys – das waren nämlich unterschiedliche Arten von Klingertönen.

 

Ich habe Zeichentrick-Serien geschaut, wie Ducktales, Käpt’n Balu und die Gummibärenbande, und ich kann immer noch die Soundtracks (die früher noch „Erkennungsmelodien“ hießen) mitsingen. Walt Disney hat noch ohne PIXAR gezeichnet und Animationsfilme waren noch in weiter Ferne. Ich habe gemalt, gebastelt, gespielt und zu den Spice Girls „Wannabe“ laut mitgesungen, und ich erwische mich heute noch dabei dass mir auffällt was ich damals an „Lautsprache“ wirklich gesungen habe. Ich musste fragen bevor ich Fernsehen durfte und auch „Fernsehverbot“ ist mir nicht fremd. Ich merke dass ich in den 90igern geboren wurde wenn irgendwo Macarena läuft und ich es im Schlaf mittanzen könnte.

 

Mit Freunden habe ich mich ohne anrufen und ohne Absprache meiner Eltern verabredet. Draußen. Ich kannte meine zwei Termine in der Woche. Ich war „tanzen“ und „turnen“, und auch mal „reiten“ und habe dort meine Freunde getroffen. Ich bin auch mal 10km Fahrrad im Regen gefahren und wirklich schlimm war das auch nicht.

 

Wir haben unsere Probleme irgendwie selbst gelöst und sei es mit „Schnick-Schnack-Schnuck“ oder „Schere-Stein-Papier“. Ich kenne Gummitwist und Hinkelkästchen nicht nur aus alten Filmen. Wir haben uns im Sommer mit Wasserbomben beworfen auf unserem Hof, und mussten danach aufräumen – das hat niemanden gestört. In der Grundschule lernte ich noch ohne „Fu und Fara“ das Schreiben und ich lernte noch die alte Schreibschrift. Für meine Hausaufgaben brauchte ich nicht länger als für das Mittagessen.

 

McDonald hatte noch Juniortüten. Ins Kino gehen war auch immer ein Erlebnis und mindestens genauso aufregend wie Weihnachten. Ich habe noch gelernt Erwachsene zu siezen, und für mich waren „die Großen“ Personen ab 16 Jahren und erwachsen war man so mit 20 Jahren. Achja und rauchen hätte ich mit 16 schon gedurft. Ich habe geweint wenn meine Lieblingskassette Kabelsalat produziert hatte und es nicht mit einem Bleistift zu beheben war.

 

Mein erstes Haustier war ein Tamagotchi und ich war froh, dass es einen Reset-Knopf gab, sonst hätte ich keinen Tag daran Freude gehabt. Ich besaß einen Doodle-Bären und das war von da an auch meine neue Währungseinheit (ein Bär = 50 Mark, eine Barbiehaus = 3 Bären). Ich hab mich mit meinem Fahrrad auf die Nase gepackt und Sand gegessen und meine Mutter sagte „Dreck reinigt den Magen!“. Ich hab mit meinem besten Freund bei ihm „Polizei“ und bei mir „Mutter, Vater, Kind“ gespielt und keiner wäre auf den sexuellen Hintergrund oder gar Homosexualität gekommen. Wir waren beste Freunde – weil wir es konnten.

 

Ich habe Diskussionen mit dem Satz „sprich mit der Hand“ beendet und war stolz wie Oskar als ich in der Grundschule neben meinem Schwarm sitzen „durfte“ (wir hatten mal wieder gelost).

 

Tja und nun bin ich nach meiner eigenen, damaligen Ansicht „erwachsen“ und verstehe trotzdem so Vieles nicht.

 

Und trotzdem bin ich gerne erwachsen denn damals hatte ich echte Probleme „Oh Gott was ziehe ich Barbie und Ken an?!“

Kommentar schreiben

Kommentare: 0

JasBlog on Social Media


Ein Beitrag geteilt von JasBlog (@fraujasmin) am