Und plötzlich, ein heller Blitz…

…ein Komet rast direkt auf die Erde zu. Solche Szenarien kennen wir aus einigen Blockbustern und manchmal wünsche ich mir genau so ein Ablenkungsmanöver um aus meiner festgefahrenen Situation zu entkommen.

 

Ein Beispiel:


Meine Ex-Chefin betritt das Zimmer, „Frau F. haben Sie mir die Bewerber-Mappe zusammen gestellt, ich habe JETZT die Bewerberrunde!“ (DING! Ich wusste ich hab was vergessen) „Ja natürlich, ich muss sie nur noch schnell kopieren, der Bewerber heißt Theodor Müller, ich bringe sie Ihnen gleich nach!“ Sie verlässt das Zimmer.

 

In meinem Kopf erschließen sich die Abgründe meiner selbst, ich fluche Schimpfwörter, für die ich heute noch Hausarrest bekommen würde, und schaue mich nach den Alternativen um. Feueralarm?! Fenster?! Panik! Herrn Müller abfangen und ihm sagen, dass meine Chefin leider verhindert ist?! Panik! Ich reiße mich zusammen. Bewerberunterlagen ausdrucken. Eine geeignete Mappe suchen. Feststellen dass der Toner meines Druckers alle ist. Panik! (er hatte mich ja auch nur die letzten drei Wochen mit Hinweismeldungen bombardiert.)

 

Facility Management anrufen (auf Deutsch = Hausmeisterei) „Duuuu Felix, ich hab doch noch einen gut bei Dir, oder?“ (ich setze sogar den Dackelblick auf, auch wenn er es nicht sehen kann) Es hat geklappt. Felix bringt meinen Toner und tauscht ihn sogar gleich aus. Durchatmen. Ich drucke es gleich zweimal aus. Sicher ist sicher. Keine geeignete Mappe da, alle die ich finde sind kaputt, schäbig oder zerknickt. Panik. Frage mich insgeheim wer so viel Selbstvertrauen hat solche Bewerbungsmappen loszuschicken. Egal.

 

Sehe in der Eingangspost einen großen Umschlag, den ich sogar öffnen darf. Bewerbungsmappe – ganz bestimmt. Ich reiße den Umschlag auf. Ordentliche Mappe gefunden. Genial. Einheften. Durchatmen. Tür öffnen. Zum Konferenzraum renn. Feststell dass ich meine Schuhe vorher hätte einlaufen müssen. Autsch’n. Egal. Anklopfen. Keiner antwortet. Vorsichtig die Tür öffne. Hinter mir ein Räuspern höre, meine Chefin. „Herr Müller hatte abgesagt!“ Ich lächle nur. Gehe wieder in mein Büro.

 

Ich öffne Word und schreibe zehn Mal den gleichen Satz:

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

 

„Ich liebe meinen Job!“

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